Daoismus

道教

Der Daoismus ist eine Philosophie und Weltanschauung, die seit über 3000 Jahren in China existiert. Der Ur-Daoismus ist schamanisch und erkennt die Eingewobenheit des Menschen in die Natur. Alles ist eins und alles entsteht aus demselben Urgrund (dem „Tor des geheimnisvollen Weiblichen“), zu dem es wieder zurückkehrt.

Das Dao als Philosophie ist fern von einer personifizierten Gottesvorstellung. Trotzdem sind im Laufe der Zeit spirituelle Weise, sogenannte „Unsterbliche“, Natur-und Hausgeister zu einem Pantheon an Göttern gewachsen, was dazu führte, dass der Daoismus auch als Religion bezeichnet wird. Neben dem Konfuzianismus und dem aus Indien stammenden Buddhismus, ist der Daoismus die ursprünglichste der chinesischen Weltauffassungen. Die Befreiung des Denkens und des Geistes ist Inhalt dieser offenen, nichts ausschließenden Denk-und Lebensweise.

Da daoistische Weise stets hohe gesellschaftliche Anerkennung besaßen, konnten sie eine wichtige Rolle in der chinesischen Geschichte einnehmen, die des sozialen Protestes.  Aus einer frühen Befruchtung von Daoismus und Buddhismus entstand der Chan-Buddhismus (in Japan: Zen). Dao und Zen schöpfen aus der Leere, dem Nichts, um geistige Freiheit zu erlangen.

Lao Zi bezeichnet das daoistische, meist im Verborgenen Wirken als „weibliches Hegen“ – im Gegensatz zum „maskulinen Autoritarismus“ des Konfuzianismus. Beide Tendenzen findet man bis heute in China.

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